Du wartest, dass es besser wird. Und nennst es Geduld. Im Job. Privat. Du sagst nichts. Und hoffst, dass andere verstehen, was du meinst. Tun sie nicht. Denn du überlässt ihnen die Entscheidung, ob sich etwas ändert. Was wäre, wenn du aufhörst zu warten – und sagst, was Sache ist?
Wie viel Zeit verbringst du damit, zu hoffen, dass es besser wird?
Im Job:
Jemand präsentiert eine Idee. Du erkennst sie sofort. Hattest du neulich in der Kaffeeküche schon angesprochen.
Du schluckst. Sagst nichts, lässt es laufen und hoffst weiter, dass dein Chef irgendwann merkt, was du drauf hast.
Dann klappt es bestimmt auch mit der Beförderung. Oder dem Projekt, das du schon so lange machen willst. Oder der überfälligen Gehaltserhöhung?
Kommt dir bekannt vor?
Privat:
Eine gute Bekannte fragt dich regelmäßig, ob du den Hund übers Wochenende nehmen kannst. Oder die Blumen gießt, während sie im Urlaub ist.
Du willst eigentlich Nein sagen. Und hörst dich Ja sagen.
Weil du denkst: Wenn ich mal Unterstützung brauche, bieten mir die das bestimmt auch an - Fehlanzeige.
Fragst du danach? Eher nicht.
Stattdessen wartest du:
- Darauf, dass sich etwas ändert.
- Dass jemand sieht, was du leistest.
- Dass jemand versteht, was du brauchst.
Die Wahrheit ist
Du (er)wartest, dass andere das von sich aus tun. Überlässt ihnen die Entscheidung, ob und was sich etwas ändert.
Damit überträgst du ihnen eine Verantwortung, von der sie nichts wissen - und die sie vielleicht auch nicht wollen.
Wie soll dein Chef wissen, dass es deine Idee war?
Wie soll deine Bekannte wissen, dass du dir ihre Unterstützung wünschst?
Nichts sagen und trotzdem etwas erwarten? Hat das bis jetzt gut funktioniert?
Klar kannst du jetzt sagen: „So macht man das doch.“
Am Ende zählt nur
Was kommt bei dir an? Und bringt dich das dahin, wo du hinwillst?
Denn dein moralischer Kompass ist nicht automatisch der von anderen.
Jetzt hast du genau zwei Möglichkeiten
Entweder du wartest weiter. Oder du gibst dir eine realistische Chance, dass es anders wird. Und sagst was Sache ist.
Fang klein an
Im Job:
Wenn du merkst, dass etwas nicht passt, stell eine Frage.
Such dir eine aus:
- „Wie seid ihr auf die Idee gekommen?“
- „Was wäre, wenn wir das anders angehen?“
- „Darf ich kurz meinen Gedanken dazu teilen?“
Privat:
Wenn du eigentlich Nein sagen willst, bleib im Gespräch. Stell eine Frage:
- „Wie wäre es, wenn ich das diesmal mache und du übernimmst das nächste Mal für mich?“
- „Was wäre für dich eine gute Lösung, die für uns beide passt?“
- „Wie könnten wir das so regeln, dass es für uns beide stimmig ist?“
Und dann schau, was passiert.
Und ja:
Das fühlt sich ungewohnt an. Klar kann es auch passieren, dass es erstmal komisch rüberkommt. Oder die andere Person irritiert ist. Schließlich kennen sie das so nicht von dir.
Aber was ist die Alternative? Alles bleibt, wie es ist.
Klartext-Fazit
Du erwartest etwas, das du nie aussprichst. Wie soll es dann ankommen? Und genau da wird es interessant. Denn das ist nicht einfach nur ein Kommunikationsding. Das ist dein Muster. Und das zeigt sich nicht nur hier.



